Elektroauto Tests Teil 3 – VW eUp

In den folgenden Beiträgen wird es um unsere Probefahrten mit verschiedenen Elektro Autos gehen. Wie schon in den letzten Beiträgen ausführlich erzählt (Beitrag 1, Beitrag 2, Beitrag 3) beschäftigen wir uns schon seit Anfang des Jahres mit dem Thema Elektromobilität in seinen unterschiedlichen Facetten. Aktuell steht der Kauf eines typischen Zweitwagens als Elektroauto an. Dafür haben wir zwei Wochen lang unterschiedliche E-Autos Probe gefahren. Hier folgen nun die Eindrücke zu den verschiedenen Autos.

Kommen wir also zu Teil 3 unserer kleinen Probefahrt-Serie: Dem VW eUp. Dieser wurde uns freundlicherweise vom VW Händler für ein ganzes Wochenende zur Verfügung gestellt, so dass wir uns ein gutes Bild machen konnten.

Der VW Up gehört nun schon seit geraumer Zeit zur Flotte des VW Konzerns. Ich selbst hatte mal als Werkstattwagen einen Up Benziner für zwei Tage und fand ihn damals nicht so richtig überzeugend, da er mir einfach „zu wenig Auto“ war. Ich empfand den Up damals als etwas zu klein, zu unruhig in der Spur und irgendwie zu wackelig. Der eUp hat genau die gleichen Maße wie sein Bruder mit Verbrennungsmotor. Wenn man nun aber den Vergleich zum Smart ED zieht, so fühlt man sich im eUp sofort wohler. Der Innenraum wirkt erfreulich geräumig und man sitzt bequem und mit ausreichender Beinfreiheit, auch wenn man wie ich 1,90 m groß ist. Komischerweise fanden weder Marisa noch ich die perfekte Kombination aus Höhe des Fahrersitzes und des Lenkrades. Wenn man die Instrumente noch gut ablesen will, muss man das Lenkrad recht hoch einstellen. Zumindest ich konnte den Sitz dem nicht perfekt anpassen, weil ich dann doch am Fahrzeugdach anstieß.

Die Grundbedienung des eUp ist klassisch und einfach nur einfach. 🙂 Wer schon einmal einen VW gefahren ist, der findet sich sofort zurecht. Die Bedienelemente sind allerdings noch der alten Generation der VW Fahrzeuge entliehen. Trotzdem alles am rechten Platz.

Ich habe allerdings eben bewusst „Grundbedienung“ geschrienen. Damit meine ich Instrumente, Lenkrad, Steuerung der wichtigsten Elemente wie Blinker, Scheibenwischer, Klimaanlage usw. Das Infotainmentsystem hat so seine Tücken. Man muss aber auch sagen, dass dies nun Jammern auf hohem Niveau ist, denn der eUp ist für einen Kleinstwagen sehr gut ausgestattet. Man hat sich bei VW aber wohl gedacht, dass man sich ein großes, teures Display spart und bietet eine spezielle Halterung im Armaturenbrett, in das das Smartphone eingesteckt wird und direkt darunter befindet sich ein USB Anschluss. Wenn man sich die passende App kostenlos geladen hat, dann kann man damit navigieren und die wichtigen Fahrzeug- und Fahrdaten anzeigen lassen. Die Kopplung erfolgt über Bluetooth. Grundsätzlich klappt das auch alles einigermaßen gut. Das Navi ist aber meinem eigenen Navi auf dem Handy deutlich unterlegen. Im Alltag zeigt sich aber dann doch, dass die Bluetoothkopplung zu oft zickt und man eine Weile braucht, bis sich Auto und Handy gefunden haben. Es ist einfach kein System aus einem Guss und das merkt man. Schade! Was ich anfänglich als gute Idee und flexible Lösung gesehen habe, erwies sich als Minuspunkt.

Die Fahreigenschaften des eUp sind klasse. Der kleine Kerl zieht extrem gut los und fetzt geradezu um Kurven und Ecken. Wie schon beim Smart ED das perfekte Auto für die Innenstadt. Das macht richtig Laune. Auch bei unserer Schwarzwaldtour machte sich der eUp sehr gut. Kurvige Bergstrecken meistert er sehr erwachsen für so ein kleines Auto. Auch die Straßenlage ist wieder einmal toll. Wie alle anderen getesteten Autos liegt er super ruhig auf der Straße und neigt sich in Kurven nur wenig. Da kommt echt Freude auf!

Die Reichweite erwies sich als zweitbeste im Test. Der eUp kam weiter als der Smart, aber nicht so weit wie die Zoe. Wie schon beim Smart geht der Stromverbrauch bei Überlandfahrten und bergauf extrem in die Höhe. Gerade bei unserer Bergtour kamen wir am höchsten Punkt der Fahrt mit nur noch 30 km Restreichweite im Akku an und hatten aber noch mindestens 40 km vor uns. Bergab rekupperierte das Auto aber so gut, dass wir im Tal angekommen plötzlich wieder 90 km im Akku hatten. Trotzdem hatten wir auf der Höhe ein etwas mulmiges Gefühl gehabt. Hier war die Zoe „gutmütiger“ und bestrafte schnelleres Fahren oder Berge nicht mit so extremen Verbräuchen.

Trotzdem lag der eUp lange Zeit noch im Rennen gegen die Zoe. Er machte einfach Spaß beim Fahren. Zwar ist er deutlich kleiner als der Renault, vor allem was den Kofferraum betrifft, aber es kam wieder der Gedanke auf, dass es doch als reines Innenstadtauto völlig ausreichend wäre und sogar in Punkto Wendigkeit und Beschleunigung im Vorteil ist. Dazu kommt, dass man im eUp die Möglichkeit hat, die Stärke der Rekupperation zu regeln. Ob das bei einem solchen Auto im Alltag Sinn macht, kann ich nicht beurteilen.

Zwei Dinge gaben ihm den Todesstoß: Auf der Autobahn fühlt man sich in so wenig Auto einfach nicht wohl. Ähnlich wie beim Smart. Die zweite Sache war, dass das Ladesystem gegenüber der Zoe klar im Nachteil ist. Der eUp lädt an einem Typ 2 Stecker mit lächerlichen 3,7 kW. Die Zoe bietet da bis zu 22 kW. Zwar bietet der eUp die Option, noch zusätzlich einen Schnelladeanschluss (CCS) zu bestellen, für ein Stadtauto ist das jedoch nicht wirklich ein Vorteil. Denn abseits der Autobahnen finden sich nur wenige DC Schnellladesäulen. Hier herrscht überall der Typ 2 Stecker. Und selbst bei Autobahnfahrten bietet die Zoe mit ihren 22 kw Ladeleistung noch eine Akkufüllung innerhalb einer Stunde.

Fazit: Der eUp ist ein tolles, kleines E-Auto mit viel Fahrspaß vornehmlich im Stadtverkehr. VW bietet das Auto aktuell durch die Dieselabwrackprämie zu einem interessanten Preis von ca. 17500 Euro an. Und dann gehört einem der Akku schon. Allerdings ist die Größe des Kofferraums etwas zu gering (allerdings größer als beim Smart), die Ladeleistung zu langsam und das Infotainmentsystem zu unausgereift. Letzteres wird man im Alltag selten brauchen. Bei der Zoe ist aber alles immer am richtigen Platz und jederzeit verfügbar.

Somit sind wir am Ende unserer kleinen Teststrecke. Zumindest was die Suche nach dem passenden Auto für Marisa ist. Also dem typischen „Zweitwagen“. Inzwischen haben wir auch noch einen Nissan Leaf und einen eGolf getestet. Diese beiden kämen dann als „Erstwagen“ in Frage. Dazu aber bald mehr….

Elektroauto Tests Teil2 – Smart ForFour Electric drive

In den folgenden Beiträgen wird es um unsere Probefahrten mit verschiedenen Elektro Autos gehen. Wie schon in den letzten Beiträgen ausführlich erzählt (Beitrag 1, Beitrag 2, Beitrag 3) beschäftigen wir uns schon seit Anfang des Jahres mit dem Thema Elektromobilität in seinen unterschiedlichen Facetten. Aktuell steht der Kauf eines typischen Zweitwagens als Elektroauto an. Dafür haben wir zwei Wochen lang unterschiedliche E-Autos Probe gefahren. Hier folgen nun die Eindrücke zu den verschiedenen Autos.

Der Smart ForFour ED war von Anfang an auf unserer Liste der Autos, die wir uns näher anschauen wollten. Wenn man sich für Renault und seine Zoe interessiert, dann kommt ja schnell die Frage auf, warum die findigen Franzosen nur die Zoe, quasi in der Größe eines Renault Clio, bauen und nichts kleineres im Angebot haben (ok, den Twizzy, aber der ist ja kein Auto). Smart (also Mercedes) und Renault haben den Twingo und den ForFour gemeinsam entwickelt. Und dabei wurde wohl festgelegt, dass nur Smart eine Elektro Version davon bauen darf. Schade, denn es wäre interessant gewesen, was Renault daraus gemacht hätte.

Smart hat einen wirklich frechen Stadtflitzer gebaut. Mir persönlich gefällt das Design des Smart sehr gut. Die Verarbeitung im Inneren ist auf hohem Niveau. Die Instrumente sind gut ablesbar und klar strukturiert.

Setzt man sich in den Smart rein, bemerke ich als 1,90 m großer Mensch sehr schnell, dass ich in einem Kleinwagen sitze. Ich habe das Gefühl gehabt, die Ohren zwischen den Knien zu haben. Sprich: Der Fußraum sowohl im Fahrer- als auch Beifahrerbereich ist nicht sehr tief. Ich vermute, dass das daran liegt, dass im Unterboden die Akkus verbaut sind, kann das aber nicht sicher sagen. Insgesamt wirkt das Auto „geschrumpft“. Ein weiteres Beispiel ist, dass die Schalter für die elektrischen Fensterheber nicht an der perfekten Stelle zu sitzen scheinen. Will man sie während der Fahrt bedienen, muss man sich ein wenig verrenken und den Arm nach hinten bewegen.

Das Gefühl, dass der Smart etwas zu heiß gewaschen wurde setzt sich vor allem beim Kofferraum fort. Der ist nun wirklich sehr klein geraten. Wir legen ja auch immer das Maß an, ob unsere Labrador Hündin Luna darin bequem Platz finden kann. Beim Kofferraum des Smart müsst sie sich etwas zusammenrollen. Auch hier fehlt wieder die Tiefe nach unten. Zwar entsteht dadurch eine ebene Ladekante, aber die sitzt sehr hoch und dadurch bleibt wirklich nur extrem wenig Platz für Transportgüter wie Einkäufe oder Hunde.

Kommen wir zum Fahreindruck: Der Smart mach wirklich richtig viel Spaß. Er war definitiv das E-Auto unter den Testkandidaten, das am wendigsten und schnellsten um die Ecken flitzte. Wir haben auch mit dem Smart eine kleine Schwarzwaldtour gemacht. Die Beschleunigung am Berg ist beeindruckend und das kleine Kerlchen flitzt mit perfekter Bodenhaftung um die Kurven. Das macht sich natürlich auch in der Stadt bemerkbar. Es ist eine Freude damit durch enge Parkhäuser und um Straßenecken zu sausen.

Die Reichweite des Smart können wir an unserem Testtag mit ca. 120 km angeben. Es war warm  und wir hatten die Klimaanlage ständig an. Allerdings muss man zu unseren Testbedingungen sagen, dass unsere Schwarzwaldausflüge, die wir mit allen Kandidaten gemacht haben, nicht sehr repräsentativ sind. Denn dabei können die E-Autos ihr Potenzial voll ausschöpfen. Durch die Energierückgewinnung beim Bremsen und Berg ab fahren sind die Verbräuche der Autos wirklich sehr gut. Zwar saugen sie bergauf ganz schön am Akku, das gewinnt man aber danach schnell wieder zurück. Anders sieht das auf jeden Fall auf der Autobahn und Schnellstraßen aus. Da machte auch der Smart keine Ausnahme.

Der Smart macht also als reines Stadtauto eine wirklich sehr gute Figur. Denn auch bei Tempo 50 und 30 km/h verbraucht er sehr wenig Strom und macht mega viel Spaß. Die Reichweite war von allen drei getesteten Autos gefühlt die schlechteste. Das sind jetzt sicherlich keine wissenschaftlichen Angaben. Aber wir wollten ja den „Alltagsvergleich“ haben.

Die Ladeleistung des Smart war ebenfalls die schlechteste im Test. Es gibt keine zusätzlichen Schnellladeoptionen. Zwar hat das Smart für nächstes Jahr angekündigt. Ob und wann das aber der Fall sein wird, bleibt offen. Dazu kommt eine sehr lange Lieferzeit des Auto bei Bestellung. Wir hätten mindestes 8 Monate auf den Smart warten müssen.

Fazit: Der Smart ist ein sehr gut designtes Auto, das sehr viel Fahrspaß mitbringt. Allerdings war er uns unterm Strich dann doch etwas zu klein. Vor allem der zu kleine Kofferraum und die fehlende Beinfreiheit waren ausschlaggebende Punkte. Zudem überzeugte uns die Lademöglichkeit des kleinen Flitzers nicht so wirklich. Dazu kam die schlechteste Reichweite im Test. Preislich wird es schnell etwas teurer beim Smart. Die nackte Basisversion bringt nicht sehr viel mit und wenn man ihn vernünftig ausstattet, steigt der Preis schnell in den Bereich von 19000 Euro (alles bereits nach Abzug der 4000 Euro Umweltprämie und Geld vom Staat). Zwar ist der Akku darin enthalten und es fallen nicht wie bei der Renault Zoe noch Akkumietkosten an. Für den Mehrpreis kann man aber bei der Zoe den Akku aber beinahe 3 Jahre lang mieten und dieser ist deutlich größer im deutlich größeren Auto. So viel Spaß wir mit dem Smart hatten, fiel er leider im Vergleich durch.

Elektroauto Tests Teil 1 – Die Renault Zoe

In den folgenden Beiträgen wird es um unsere Probefahrten mit verschiedenen Elektro Autos gehen. Wie schon in den letzten Beiträgen ausführlich erzählt (Beitrag 1, Beitrag 2, Beitrag 3) beschäftigen wir uns schon seit Anfang des Jahres mit dem Thema Elektromobilität in seinen unterschiedlichen Facetten. Aktuell steht der Kauf eines typischen Zweitwagens als Elektroauto an. Dafür haben wir zwei Wochen lang unterschiedliche E-Autos Probe gefahren. Hier folgen nun die Eindrücke zu den verschiedenen Autos.

Das erste Auto, das wir zur Probe hatten war eine (ich habe mich für die weibliche Form entschieden) Renault Zoe. Inzwischen sind wir das Auto bereits mehrfach gefahren und haben uns einen guten Eindruck davon verschaffen können.

Die Zoe sieht direkt gefällig aus. Klar, das ist Geschmacksache, aber Renault hat seinem E-Auto eine schön rundliche Form und ein freundliches Gesicht verpasst. Ein klein wenig wie ein Clio aber irgendwie knubbeliger. Was man gleich bemerkt, die Zoe ist ein vollständiges Auto. Alles sitzt am richtigen Platz. Nur die hinteren Türen haben eine etwas seltsame Öffnungsmechanik. Der Türöffner sitzt im Bereich der Scheibe. Der Innenraum ist geräumig, aufgeräumt und modern gestaltet. In diesem Auto haben vier Erwachsene sehr bequem Platz. Auch der Kofferraum ist geräumig und für ein Stadtauto mehr als ausreichend. Auch fünf Personen können in der Zoe Platz finden.

Das Interieur ist ein wenig sehr aus Hartplastik gefertigt. Die Oberflächen sind vornehmlich glatt. Das Alles wirkt etwas futuristisch aber nicht so wirklich gemütlich. Aber der äußere Eindruck setzt sich innen fort. Man mag die Zoe einfach irgendwie. Das Lenkrad ist etwas schlank aber griffig. Der Fahrersitz und das Lenkrad sind  ist leider nicht höhenverstellbar. Komischerweise passt es trotzdem immer. Wir beide sind von unterschiedlichem Körperbau. 1,65 m gegen 1,90 m Körpergröße. Und trotzdem fanden wir beide sofort eine bequeme Fahrerposition. Die Instrumente sind sehr gut ablesbar und funktional gestaltet. Nicht viel Schnick-Schnack.

Die Zoe fährt sich sehr gut. Die Beschleunigung ist typisch für ein E-Auto recht zackig, sobald man aber den ECO Modus einschaltet eher auf dem normalen Niveau eines typischen Stadtautos. An der Ampel hängt man trotzdem so ziemlich jeden Verbrennungsmotor ab. Die Lenkung ist präzise und das Auto bewegt sich aufgrund des tiefen Schwerpunktes sehr ruhig auf der Straße. Fährt man unter 30 km/h, gibt die Zoe außen einen etwas futuristischen Ton von sich um Fußgänger und Radfahrer zu warnen. Erinnert ein wenig an ein schwebendes Raumschiff. Da mag jeder seine eigene Assoziation dazu haben. Ich persönlich mag diese Umweltwarner nicht so. Gerade die Ruhe eines E-Autos macht einen Teil des Fahrspaßes aus. Der Warnton lässt sich zwar abschalten, ist aber bei jedem Neustart wieder an.

Das Infotainment ist sehr klar und gut strukturiert. Das Navi funktioniert problemlos. Leider hat Renault kein Apple Car Play oder Android Auto integriert. Aber die gesamte Bedienung erinnert an ein Smartphone mit Touch Screen und geht sofort leicht von der Hand.

Die Zoe bietet auch beim Fahren nicht wirklich viele Variationsmöglichkeiten. Eine typische Automatik mit Vorwärts (D), Rückwärts (R), Neutral (N) und Parken (P). Dazu eine Handbremse und einen ECO Knopf, mit man die Zoe dazu bringt, beim Bremsen und Nachlassen des „Gaspedals“ etwas mehr Energie zurück zu gewinnen sowie die Beschleunigung etwas dezenter zu gestalten. Mehr gibt es nicht. Aber nach all den Testfahrten ist genau das ein Vorteil. Die Zoe hat einen recht gleichmäßigen Verbrauch an Strom. Selbst auf der Autobahn steigt dieser nicht so übermäßig stark an wie bei anderen Autos. Bei Berg- und Talfahrten gewinnt sie sehr viel Energie wieder zurück und wir haben realistische Reichweiten (trotz Klima-Automatik auf voller Pulle) von 150 km erreicht. Im Winter mag das aber etwas weniger sein. Allerdings hat die Zoe in den neuen Modellen eine Wärmepumpe verbaut, was den Verbrauch wahrscheinlich auch da im Rahmen halten wird.

Kommen wir zu einem wichtigen Thema: Dem Ladesystem. Die Zoe hat an ihrer Nase nur eine „Steckdose“ vom Typ 2. Damit kann sie aber ganz schön flott laden und setzt sich damit eindeutig von der Konkurrenz ab. Bis zu 22 kw in der Stunde werden in den Akku geladen. Das bedeutet, dass man den Akku der „kleinen“ Zoe in ca. 1 Stunde wieder voll laden kann. Solche Ladestationen gibt es hier im Ortenaukreis einige. In der Innenstadt von Offenburg sogar kostenlose. Die Zoe bietet keine „echte“ Schnellladeoption vom Typ CCD oder Chademo. Solche Ladestationen finden sich hauptsächlich auf der Autobahn. Aber selbst mit den 22 kw Ladeleistung ist die Zoe wirklich alltagstauglich. Mal kurz zum Kaffee in die Innenstadt und wenn man wieder ans Auto kommt ist dieses voll geladen. Bei unserem typischen Benutzungsprofil perfekt.

Fazit: Die Zoe ist ein absolut alltagstaugliches Stadtauto und ein super Zweitwagen. Die Reichweite ist mit 150 km ausreichend für alles, was wir damit machen wollen. Selbst Fahrten nach Freiburg oder Karlsruhe sind damit kein Problem. Bei unseren Schwarzwaldtouren hat die Zoe ganz klar gezeigt, dass sie ein erwachsenes und vollwertiges Auto ist. Was die Zoe zum Testsieger in unseren Augen macht ist das Ladesystem und die gute Ausstattung ohne Schnick-Schnack.

Der Weg zum E-Auto – Ein aktueller, frustrierender Erfahrungsbericht

Bereits im letzten Beitrag hier auf dem Blog, habe ich geschrieben, dass wir uns nach unserem Photovoltaikabenteuer sehr für E-Autos interessieren. Ich fasse nochmal ganz kurz die Rahmenbedingungen zusammen: Marisa fährt einen 12 Jahre alten Renault Modus Diesel. Ein wirklich super Kleinwagen, der zunächst mir und jetzt seit Jahren ihr gute Dienste erweist und sich noch immer sehr gut fährt. Allerdings wird er seit einigen Jahren fast nur noch auf Kurzstrecken gefahren, was ihm merklich nicht gut tut. Es kam mehrfach zu Problemen mit der Batterie und gerade im Winter ist er nicht mehr so zuverlässig. Dazu kommt natürlich die aktuelle Diesel-Diskussion. Mit unserer grundsätzlichen Einstellung zu Verbrennungsmotoren ist das kaum noch zu verantworten, dass wir so einen „Stinker“ im Hof stehen haben. Und die ersten spürbaren Einschnitte kommen auf uns zu: Ab November wird es Fahrverbote in Straßburg geben. Da Straßburg sehr nahe und sehr schön ist, fahren wir schon öfter mal spontan hin. Da gäbe es Einschränkungen. Also steht für Marisa fest, der Modus soll weg und auf jeden Fall durch ein E-Auto ersetzt werden. Ich selbst fahre einen noch recht jungen Seat Benziner. Tolles Auto. Aber die E-Autos faszinieren mich aus technischer Sicht so sehr, dass ich aktuell bereit bin, zum ersten Mal in meinem Leben in ein tolles Auto Geld zu investieren. Allerdings möchte ich dann auch wirklich moderne Technik mit allem Schnick Schnack haben (vor allem Assistenzsysteme bis hin zum Autopiloten). Über kurz oder lang soll es also bei uns zwei E-Autos geben.

Und jetzt kommt der aktuelle Erfahrungsbericht: Auf dem Markt in Deutschland sind (angeblich) jede Menge Autos, die in Frage kämen. Fangen wir mal beim klassischen „Zweitwagen“ an, den sich Marisa kaufen würde. Renault bietet mit der/dem Zoe ein tolles Auto an. Wir sind es auch schon probegefahren. Alles, was man braucht. Sogar noch etwas mehr. Der Preis ist aber weit über dem, was so ein Kleinwagen kosten dürfte. Wenn man das Auto komplett kauft (also mit Akku), dann landet man bei knapp 30000 Euro. Absolutes NoGo für so ein kleines Auto. Allerdings gibt es die Zoe bereits häufig gebraucht und da wird es doch interessant. Für um die 12000 Euro kann man sich schon eher eine Zoe kaufen und die Batteriemiete wäre dann auch erschwinglich und würde sich wohl durch die eingesparten Kosten mindestens zur Hälfte selbst tragen. Bei einem Gebrauchtwagen würden wir tatsächlich zur Batteriemiete tendieren. Dann ist man sicher, dass der Akku auch immer funktioniert. Selbst der kleine Akku mit „nur“ 22 kWh würde ausreichen. Wir sind die Zoe gefahren und kämen im Sommer wohl auf locker 140 km Reichweite. Im Winter dann eben nur 100-110 km. Würde aber alles gut ausreichen als Zweitwagen. Wir werden uns noch den Smart ForFour ansehen. Der sieht durchaus spannend aus und ist auch preislich erstaunlicherweise durchaus fair kalkuliert, wenn man es mit den anderen Anbietern vergleicht. Aber nach einiger Recherche kommen wir auch beim Smart zum Hauptproblem, das momentan auffällt: Die Autos sind ALLE nicht wirklich verfügbar. Wartezeiten beim Smart mindestens 6 Monate. Auch bei der Zoe 3-4 Monate.

Man liest ja gerade überall von vollmundigen Ankündigungen der Autohersteller. Aber egal, was man anschaut: Opel, e.go-life, Sonos Motor usw. usw. sind das alles nur Ankündigungen. NICHTS ist absehbar verfügbar. Vor frühestens Mitte 2018 sind die alle nicht zu haben.

Und für mich selbst sieht es genauso düster aus. Ich würde mir ein größeres Auto kaufen wollen. Schließlich bräuchten wir schon ein Auto, mit dem Urlaubsfahrten und weitere Ausflüge oder Fahrten zu Fortbildungen problemlos machbar wären. Ich habe ja bereits geschrieben, dass ich mir einen Tesla Model 3 reserviert habe. Aber vor Ende 2018 wird dieser nicht in Deutschland zu haben sein. Und ob er überhaupt in meiner anvisierten Preisliga spielt ist sehr sehr ungewiss. Hyundai hat ein wirklich interessantes Auto auf dem Markt. Den Ioniq Electric. Zwar kein riesiger Akku aber dafür wirklich faszinierende Reichweite von mindestens 250 km. Dazu einiges an Technik und Größe. ABER: Zwischen Freiburg und Karlsruhe ist nichtmal ein Vorführwagen zu finden. Alle Händler warten sein Dezember 2016 auf diese. Lieferzeit bei Bestellung mindestens 1 Jahr. Na da kann ich auf den Tesla warten. Spannend wird es jetzt nur noch bei Nissan. Anfang September werden die ihren neuen Leaf vorstellen. Was in der Gerüchteküche rumort klingt sehr spannend. Die Frage wird sein, ob die liefern können. Ich traue es Nissan zu, aber das hätte ich auch bei Opel gedacht. Ach ja, den „gibt“ es ja auch noch. Der Ampera-E ist sicher ein klasse Auto. Aber ernsthaft nicht zu bekommen. VW hat den E-Golf. Preislich im Bereich eines Tesla aber leider weit weit von dessen Technik und Innovation entfernt. Also nicht relevant. Kia Soul EV ist eher klein und technisch für den Preis leider veraltet. Das gleiche gilt für den aktuellen Leaf von Nissan. BMW i3? Nein! Viel zu teuer für das gebotene. Sicher tolles Auto. Aber kommt nicht in Frage. Tesla Model S? Schonmal zu groß und wird wohl immer nur ein Traum bleiben.

Und dazu kommt, dass die Händler gar nicht so heiß darauf sind, einem ein E-Auto zu verkaufen. Selbst bei Renault hat man jetzt nicht wirklich viel getan um das Abenteuer E-Auto zu realisieren. Wir haben dann selbst im Internet gebrauchte Zoes gefunden, die der gleiche Händler anbietet und uns aber vor Ort trotz Nachfrage nicht aufzählte. Bei erneutem Nachfragen zeigte sich, dass diese Angebote alle  nicht wirklich verfügbar sind. Die Autos sind „irgendwo bei der Aufbereitung“ oder „müssten schon längst da sein“. Aber wann und wo man die bekommen kann, weiß keiner. Wir sind dann noch in Kehl bei Mercedes gewesen, weil da auch ein großes Smart Schild außen dran hängt. Aber obwohl mindestens 10 Personen hinter irgendwelchen Schaltern und Schreibtischen herum saßen und standen, kam über 10 Minuten kein einziger auf uns zu und fragte uns, was man für uns tun könne. Sorry, wenn ich nicht nach Mercedes Fahrer aussehe, dann habe ich wohl auch keinen verdient…. (muss schnell meine Yoga Übungen machen, sonst rege ich mich wieder auf)…..

Die Suche geht also weiter. Vielleicht geschieht ein Wunder und der Offenburger Smart Händler kann etwas anbieten (vorausgesetzt, das Auto taugt). Und wenn es so weiter geht, dann werde ich doch noch auf den Tesla warten müssen und hoffe, dass die deutschen Preise nicht explodieren werden. Aber das ist unterm Strich noch immer ein Armutszeugnis für die Autoindustrie. Muss denn tatsächlich ein durchgeknallter StartUp-Amerikaner (Elon Musk) vormachen, wie man Elektromobilität richtig angeht. Inklusive Lade-Infrastruktur usw.? Offensichtlich! Und allein dafür müsste man Tesla eigentlich mit einem Autokauf belohnen. Wenn man das nötige Kleingeld hätte und obwohl das Model S schon etwas hässlich ist! 🙂

Ich geh dann mal Lotto spielen…..

Wie schön du bist – Noch ein YouTube Cover mit Claudia

Damit im Juni nicht nur schöne Landschaften, sondern auch sanfte Töne und schön gesungene Texte zum Zug kommen, hier noch der dritte Streich aus der Reihe von Cover Songs zusammen mit Claudia Wehrle.

Claudia ist großer Fan von Sarah O´Connor und ihrem neuen, deutschsprachigen Album. Als wir das erste Stück (Gregor Meyles „Keiner ist wie du„) zusammen aufgenommen hatten, stand zwar schon fest, dass wir noch Jar of Hearts zusammen machen werden, aber schon bald entstand die Idee, auch noch mehr Lieder aufzunehmen. Was bietet sich da mehr an, als Stücke zu nehmen, die die Sängerin am liebsten mag. Und es ist noch mehr geplant. Im Moment ist es aber ein wenig zu heiß, um im dunklen Studio zu sitzen und Aufnahmen zu machen. Deshalb zum Juni-Abschluss hier erst noch unser neuester Streich….

Für die Technik-Fans: Wie immer aufgenommen in Logic Pro Audio und mit internen Effekten abgemischt. Das Neumann TLM 103 wurde über den ART PRO MPA II aufgenommen. Das Arrangement orientiert sich stark am Original. Die Drums kommen vom Logic-internen Drum-Modul. Die Gitarre kommt aus Apple Garage Band für iPad. Dort wurde sie parallel zum Backing eingespielt, aufgenommen und dann als Midi-File exportiert. Danach wieder in Logic importiert und mit einem Akustik Gitarren Sound versehen. Die Background-Stimmen wurden unterschiedlich erstellt. An einer Stelle wurde Claudias Stimme dupliziert und mittels Logics „Autotune“ Funktion „verstimmt“. Im letzten Refrain wurden die zusätzlichen Stimmen einmal im Oktav- und einmal im Terz-Abstand eingesungen und dann noch eine dritte Stimme dupliziert und in den Quint-Abstand gebracht. 

Und hier das Video:

Wie schön Du bist Sarah Connor Cover von Claudia Wehrle

Willkommen auf unserer kleinen Insel – Ein Tag zu 100% autark

Der 27. Mai 2017 war der erste Tag, an dem wir komplett Strom-autark waren. Über die gesamte Nacht hinweg hat unser Akku im Keller uns mit Strom versorgt und tagsüber natürlich die Photovoltaikanlage. Dabei haben wir natürlich auch viel Strom verbraucht: Waschmaschine, Geschirrspüler etc. Es ist also davon auszugehen, dass es ab jetzt bis in den Spätsommer hinein noch viele solche Tage geben wird, an denen wir gar keinen Strom aus dem Netz beziehen werden. Und genau DAS war unser Ziel. So viele Tage wie möglich im Jahr autark bezüglich des Stroms zu sein und nicht mit dem ganzen Geld zu verdienen.

Um der ganzen Euphorie einen kleinen Realitäts-Dämpfer zu verpassen muss man aber noch dazu sagen, dass wir auf das gesamte Jahr 2017 bezogen erst zu 42% autark sind. Vor allem im Januar kamen wir gerade mal auf 12% Autarkie. Das lag zum einen daran, dass die Sonne meist im Hochnebel versteckt blieb, sie zudem sehr flach steht und somit viel weniger Strom erzeugen kann und es außerdem wahnsinnig kalt war (mehrere Nächte unter -10° C und auch tagsüber lange Dauerfrost). Da haben wir viel Strom für unsere Heizung gebraucht. Ab Februar keimte aber bereits Hoffnung auf. Immerhin schon knapp 40% Strom-Autarkie. Im März 54%, April 71% und im Mai werden es über 80%.

Unser Ziel war es mal, im Gesamtjahr auf 70% Autarkie zu kommen. Ob uns das gelingt, will ich mal im Moment noch bezweifeln. Aber mal sehen….

Cover it – Weiter gehts auf YouTube

Wie bereits angekündigt, war Claudia erneut bei mir im Studio um „Jar of Hearts“ von Christina Perri aufzunehmen. Das Playback war bereits vorproduziert. Aber beim letzten Mal im Studio war es einfach zu viel gewesen, das auch noch einzusingen. Also machten wir uns erneut ans Werk.

Ein wenig was zur Technik: Die Musik wurde als Midi eingespielt. Der Klavier Sound kommt vom 4front True Piano. Der Gesang wurde, wie beim letzten Mal, mit einem Neumann TLM103 aufgenommen und über den ART PRO MPAII und das MOTU 828  MKII in Logic gebracht. Dort habe ich hauptsächlich Logic-eigene PlugIn Effekte genutzt. Die Background Vocals wurden etwas „gemogelt“. An einer Stelle, habe ich Claudias Stimme gedoppelt und die zweite Spur mittels Logic „Auto Tune mäßig“ verändert. Ich habe zwar Melodyne Auto Tune. Aber seit die Logic-eigene Engine so gut ist, nutze ich es kaum noch. Ähnlich war es dann bei den Background Stimmen am Ende des Liedes. Ich habe selbst in Oktavlage den Refrain eingesungen und dann gedoppelt. Die zweite Stimme wurde dann auch wieder „verstimmt“. Ich setze die Ton-Korrektur eigentlich fast nur für solche Background Sachen ein. Auf der Hauptstimme mag ich es nicht so, weil es immer ein wenig den Grundsound verändert. Dann ist man hinterher immer etwas beschäftigt, dieses leichte „blecherne“ Schweben wieder raus zu bekommen, das dadurch entsteht.

Hier also der YouTube Link zum Video (aufgenommen mit der Olympus OMD E-M1 MKII):

Jar of Hearts – Christina Perri Cover von Claudia Wehrle

Keiner ist wie du – Die Zweite

Nach langem ist es endlich mal wieder Zeit gewesen, ein wenig Musik zu machen. Claudia ist eine frühere Kollegin und wir hatten schon früher mal ein wenig Musik zusammen gemacht. Sie war vor ein paar Jahren irgendwie so nebenbei zum Singen gekommen und ich finde, sie macht das einfach nur mega gut! Das macht ehrlich Spaß, wenn man mit jemandem zusammen arbeitet, der so ein Talent hat.

Claudia hatte sich zwei Songs ausgesucht. Davon haben wir schlussendlich nur einen geschafft. Obwohl die Playbacks vorbereitet waren, ist es am Ende dann doch immer ganz schön aufwändig, solche Aufnahmen zu machen. Vor allem, wenn mir dann quasi in letzter Sekunde einfällt, dass ich das ganze am liebsten auch noch auf Video aufnehmen würde. Ich könnte mich zwar darüber schwarz ärgern, dass mir der Ergometer im Hintergrund nicht aufgefallen ist, aber so ist es nunmal. Eben waschechtes Homerecording….. 🙂

(Achtung Technik Talk) Aufgenommen wurde wie immer in Apple Logic. Das Neumann Mikrofon ging zuerst in einen ART PRO MPAII Vorverstärker und von dort dann ins Motu Audiointerface. Gemischt wurde komplett in Logic. Das Piano hatte ich schon vorher als Midi aufgenommen. Dadurch blieben wir flexibel in Tonhöhe und Geschwindigkeit des Stückes. Das Video habe ich schließlich in IMovie zusammengeschustert und einfach aus Logic raus die Tonspur übernommen.

Hier noch der Link zum Video:

Keiner ist wie du Gregor Meyle Cover Claudia W

Strampeln unter Strom – Ich fahre jetzt Pedelec

„Das ist ja voll Betrug!“ … „Für mich sind das Rentner-Räder“

Ja, so kann man Pedelecs auch sehen. Fahrräder, die mit Akku und Motor ausgestattet sind und den Fahrer beim Treten unterstützen. Mal mehr, mal weniger. Je nach Terrain. Die Elektromobilität fasziniert mich schon lange. Und erst recht, seit wir eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben. Irgendwie wäre ja das die ideale Symbiose. Wenn ich nicht einmal mehr für meinen Sprit zahlen müsste, sondern völlig umsonst und vor allem total umweltfreundlich mein Auto beladen könnte. Wenn ich mir einen Tesla leisten könnte, dann hätte ich schon einen bestellt. Definitiv! Zwar ist noch nicht so ganz klar, was das neue Model 3 von Tesla alles kann, aber das wäre wohl ein Auto, für das ich mich so richtig begeistern könnte. Aber erstens ist mein guter Seat noch super in Schuss und zweitens finde ich persönlich selbst 40000 Euro für ein Auto zu viel Geld. Abgesehen davon, dass ich mir das nicht leisten könnte.

Jetzt habe ich (bzw. wir) einen kleinen Zwischenschritt eingelegt. Ein Pedelec. Eigentlich habe ich den perfekten Arbeitsweg, um ihn mit dem Rad zu pendeln. Das würde schließlich auch unsere Umwelt schonen und ich würde jeden Tag einen ganzen Euro einsparen. Die Strecke ist nicht sehr weit (6 km) und insgesamt recht flach. Ich habe es im Sommer auch schon oft geschafft, mich auf mein Rad zu schwingen. Aber unterm Strich hat ein Bewegungsmuffel wie ich, dann doch immer wieder eine Ausrede, warum genau heute es so gar nicht passt, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Wenn ich ehrlich bin, dann ist es genau die „Anstrengung“, die mich oft abschreckt. Ich mag es einfach nicht, wenn ich verschwitzt und außer Atem bei der Arbeit ankomme und erst mal ein wenig bräuchte, um mich auf die Patienten einzulassen. Mit einem Pedelec ist das aber tatsächlich was anderes. Erstens ist man unheimlich schnell (immerhin 25 km/h) und zweitens völlig entspannt damit unterwegs. Egal, ob einem ein kräftiger Wind entgegen bläst oder sonstige Widrigkeiten auf der Strecke begegnen (sowas ekliges wie Steigungen z.B.). Mit dem Strom-Rad geht das alles sehr relaxt.

Ein vernünftiges Pedelec kostet noch immer ganz schön Geld und „lohnen“ wird sich das nicht. Aber immerhin tue ich etwas für mein (grünes) Gewissen und ein klein wenig frische Luft und Bewegung ist auch dabei. Der Mehraufwand an Zeit beim täglichen Weg zur Arbeit beträgt lediglich 10 Minuten und das hauptsächlich, weil man eben das Rad noch abschließen muss, Display und Akku abnehmen etc. Die reine Fahrzeit verlängert sich tatsächlich auf meiner Strecke gerade mal um 5 Minuten.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass wir jetzt tatsächlich auch wieder mehr Lust haben auf Radtouren. Schon zwei Tage nachdem ich das Rad gekauft hatte, haben wir eine 60 km Radtour gemacht. Völlig problemlos und ohne Muskelkater am nächsten Tag (ok, das Hinterteil hat etwas weh getan). Mit meinem alten Rad, wäre das für mich absolut nicht machbar gewesen. Da fehlt mir definitiv die Kondition. Wir überlegen jetzt sogar, die Räder mit in den nächsten Urlaub zu nehmen und dadurch sicherlich die Landschaft nochmal deutlich intensiver zu erleben. Ich mag mein Pedelec. Auch wenn mich „echte“ Radfahrer jetzt erst recht nicht mehr ernst nehmen.

Nuki Türschloss – Home sweet Smarthome

Schon einige Zeit leisten verschiedene Smarthome Komponenten ihren Dienst bei uns. Bislang haben wir immer versucht, alles unter dem Apple eigenen Smart Home Standard „HomeKit“ zu betreiben. Es gibt verschiedene smarte Lampen sowie ein innen und außen Thermometer mit Luftdruckmessung, Luftqualitätsmessung usw. in unserem Haus und Garten. Das alles ist jederzeit auf dem Handy oder dem Tablet abrufbar. In Zusammenspiel mit Apples HomeKit lässt sich dann sogar alles per Siri fernsteuern. Das macht bei Lampen manchmal ein wenig Sinn. „Schalte im Wohnzimmer die Lampen ein“ kann man auch von unterwegs in sein Handy oder sogar die AppleWatch raunen und schon wird es daheim hell. Stimmt! Ziemliche Spielerei für den Apple Nerd. Aber macht Spaß! 🙂

Und jetzt ist sogar unsere Haustür smart. Das Nuki Smartlock ist allerdings nicht kompatibel zu Apples HomeKit und es ist auch nicht klar, ob es das jemals wird. Und trotzdem funktioniert es ziemlich gut. Die Installation des Türschlosses ist wirklich genau so einfach, wie es in den Werbebotschaften der Firma versprochen wird. In unserem Fall ist das Türschloss an der Haustür so gebaut, dass man trotz der Installation des Smartlocks auch von außen noch ganz normal mit dem Schlüssel die Tür öffnen kann. Aber man kann sie eben auch per AppleWatch oder Handy öffnen, auf- oder abschließen. Und das Beste ist, dass es erkennt, wenn man sich dem Haus nähert und dann punktgenau die Tür öffnet, wenn man davor steht. Das ist ganz praktisch, wenn man z.B. die Hände voll hat mit Einkäufen und Probleme hat, den Schlüssel raus zu kramen. Ich habe mich aber inzwischen so sehr daran gewöhnt, dass ich den Türschlüssen gar nicht mehr benutze. Ich laufe auf die Tür zu und im Idealfall öffnet sie genau in dem Moment, in dem ich die Hand an den Knauf lege. Im schlechtesten Fall dauert es ca. 3 Sekunden. Das hat in den letzten Wochen zuverlässig immer funktioniert!

Über das Smartlock lassen sich auch Zugangsberechtigungen regeln. So kann man z.B. Freunden oder einem Handwerker von unterwegs die Tür öffnen oder sogar einen speziellen Zugangscode zukommen lassen, mit dem sie dann selbst die Tür öffnen können. Leider lässt sich das nicht mit Siri koppeln, wobei das über einen hauseigenen Smarthome Server mit einer Apple Homebridge sogar möglich wäre. So etwas bastle ich gerade, komme aber noch nicht so ganz damit klar.

Alles in allem funktioniert das Nuki Schloss wirklich gut und erfüllt zu 100% seinen Zweck. Wie alle aktuellen Smarthome Komponenten, die etwas wertiger sind, kostet das Nuki etwas mehr, vor allem, wenn man es in Kombination mit der Bridge kauft. Das macht aber absolut Sinn, damit man auch von Unterwegs Zugriff auf das Schloss hat.

Ich gebe zu, dass das alles noch ganz schöne Technikspielereien sind. Aber es erleichtert doch den Alltag in einigen Bereichen. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich das noch entwickelt.