Elektroauto Tests Teil2 – Smart ForFour Electric drive

In den folgenden Beiträgen wird es um unsere Probefahrten mit verschiedenen Elektro Autos gehen. Wie schon in den letzten Beiträgen ausführlich erzählt (Beitrag 1, Beitrag 2, Beitrag 3) beschäftigen wir uns schon seit Anfang des Jahres mit dem Thema Elektromobilität in seinen unterschiedlichen Facetten. Aktuell steht der Kauf eines typischen Zweitwagens als Elektroauto an. Dafür haben wir zwei Wochen lang unterschiedliche E-Autos Probe gefahren. Hier folgen nun die Eindrücke zu den verschiedenen Autos.

Der Smart ForFour ED war von Anfang an auf unserer Liste der Autos, die wir uns näher anschauen wollten. Wenn man sich für Renault und seine Zoe interessiert, dann kommt ja schnell die Frage auf, warum die findigen Franzosen nur die Zoe, quasi in der Größe eines Renault Clio, bauen und nichts kleineres im Angebot haben (ok, den Twizzy, aber der ist ja kein Auto). Smart (also Mercedes) und Renault haben den Twingo und den ForFour gemeinsam entwickelt. Und dabei wurde wohl festgelegt, dass nur Smart eine Elektro Version davon bauen darf. Schade, denn es wäre interessant gewesen, was Renault daraus gemacht hätte.

Smart hat einen wirklich frechen Stadtflitzer gebaut. Mir persönlich gefällt das Design des Smart sehr gut. Die Verarbeitung im Inneren ist auf hohem Niveau. Die Instrumente sind gut ablesbar und klar strukturiert.

Setzt man sich in den Smart rein, bemerke ich als 1,90 m großer Mensch sehr schnell, dass ich in einem Kleinwagen sitze. Ich habe das Gefühl gehabt, die Ohren zwischen den Knien zu haben. Sprich: Der Fußraum sowohl im Fahrer- als auch Beifahrerbereich ist nicht sehr tief. Ich vermute, dass das daran liegt, dass im Unterboden die Akkus verbaut sind, kann das aber nicht sicher sagen. Insgesamt wirkt das Auto „geschrumpft“. Ein weiteres Beispiel ist, dass die Schalter für die elektrischen Fensterheber nicht an der perfekten Stelle zu sitzen scheinen. Will man sie während der Fahrt bedienen, muss man sich ein wenig verrenken und den Arm nach hinten bewegen.

Das Gefühl, dass der Smart etwas zu heiß gewaschen wurde setzt sich vor allem beim Kofferraum fort. Der ist nun wirklich sehr klein geraten. Wir legen ja auch immer das Maß an, ob unsere Labrador Hündin Luna darin bequem Platz finden kann. Beim Kofferraum des Smart müsst sie sich etwas zusammenrollen. Auch hier fehlt wieder die Tiefe nach unten. Zwar entsteht dadurch eine ebene Ladekante, aber die sitzt sehr hoch und dadurch bleibt wirklich nur extrem wenig Platz für Transportgüter wie Einkäufe oder Hunde.

Kommen wir zum Fahreindruck: Der Smart mach wirklich richtig viel Spaß. Er war definitiv das E-Auto unter den Testkandidaten, das am wendigsten und schnellsten um die Ecken flitzte. Wir haben auch mit dem Smart eine kleine Schwarzwaldtour gemacht. Die Beschleunigung am Berg ist beeindruckend und das kleine Kerlchen flitzt mit perfekter Bodenhaftung um die Kurven. Das macht sich natürlich auch in der Stadt bemerkbar. Es ist eine Freude damit durch enge Parkhäuser und um Straßenecken zu sausen.

Die Reichweite des Smart können wir an unserem Testtag mit ca. 120 km angeben. Es war warm  und wir hatten die Klimaanlage ständig an. Allerdings muss man zu unseren Testbedingungen sagen, dass unsere Schwarzwaldausflüge, die wir mit allen Kandidaten gemacht haben, nicht sehr repräsentativ sind. Denn dabei können die E-Autos ihr Potenzial voll ausschöpfen. Durch die Energierückgewinnung beim Bremsen und Berg ab fahren sind die Verbräuche der Autos wirklich sehr gut. Zwar saugen sie bergauf ganz schön am Akku, das gewinnt man aber danach schnell wieder zurück. Anders sieht das auf jeden Fall auf der Autobahn und Schnellstraßen aus. Da machte auch der Smart keine Ausnahme.

Der Smart macht also als reines Stadtauto eine wirklich sehr gute Figur. Denn auch bei Tempo 50 und 30 km/h verbraucht er sehr wenig Strom und macht mega viel Spaß. Die Reichweite war von allen drei getesteten Autos gefühlt die schlechteste. Das sind jetzt sicherlich keine wissenschaftlichen Angaben. Aber wir wollten ja den „Alltagsvergleich“ haben.

Die Ladeleistung des Smart war ebenfalls die schlechteste im Test. Es gibt keine zusätzlichen Schnellladeoptionen. Zwar hat das Smart für nächstes Jahr angekündigt. Ob und wann das aber der Fall sein wird, bleibt offen. Dazu kommt eine sehr lange Lieferzeit des Auto bei Bestellung. Wir hätten mindestes 8 Monate auf den Smart warten müssen.

Fazit: Der Smart ist ein sehr gut designtes Auto, das sehr viel Fahrspaß mitbringt. Allerdings war er uns unterm Strich dann doch etwas zu klein. Vor allem der zu kleine Kofferraum und die fehlende Beinfreiheit waren ausschlaggebende Punkte. Zudem überzeugte uns die Lademöglichkeit des kleinen Flitzers nicht so wirklich. Dazu kam die schlechteste Reichweite im Test. Preislich wird es schnell etwas teurer beim Smart. Die nackte Basisversion bringt nicht sehr viel mit und wenn man ihn vernünftig ausstattet, steigt der Preis schnell in den Bereich von 19000 Euro (alles bereits nach Abzug der 4000 Euro Umweltprämie und Geld vom Staat). Zwar ist der Akku darin enthalten und es fallen nicht wie bei der Renault Zoe noch Akkumietkosten an. Für den Mehrpreis kann man aber bei der Zoe den Akku aber beinahe 3 Jahre lang mieten und dieser ist deutlich größer im deutlich größeren Auto. So viel Spaß wir mit dem Smart hatten, fiel er leider im Vergleich durch.

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