Wie mein Homestudio entstand – Teil1: Apple Logic

 

Ursprüngliche Veröffentlichung 25. Januar 2015

 

Ich möchte in der nächsten Zeit ein wenig versuchen, über die Entstehungsgeschichte meines Homestudios zu schreiben. Warum ich was benutze und wie der Weg war, bis ich da angekommen bin, wo ich heute stehe.

Zunächst vielleicht ein paar „historische“ Anmerkungen. Mit dem Thema „Musikaufnahmen“ bin ich tatsächlich schon seit früher Kindheit beschäftigt. Vor allem durch meinen Bruder bedingt, habe ich schon zu Commodore 128-Zeiten gewusst, was eine Midi-Aufnahme ist. Wir hatten als Kinder E-Orgel-Unterricht. Und unser damaliger Lehrer hatte zu dieser Zeit schon ein Heim-Studio und war  mit der ein oder anderen Komposition und Produktion recht erfolgreich. Dadurch bekamen wir früh Einblick in dieses Thema. Vor allem mein Bruder beschäftigte sich intensiv damit. Ich selbst legte meinen musikalischen Fokus eher auf das Pop-Piano-Spielen. Ich ackerte in den Sommerferien, um mir mein erstes eigenes Digital-Piano kaufen zu können (hab es immer noch, das Wersi). Ich beschäftigte mich fortan mehr mit der Band-Musik, während mein Bruder begann, elektronische Musik am PC zu basteln. Bereits damals gab es auf den ersten Heim-PCs eine Software namens Cakewalk. Man konnte nur Midi aufnehmen, was aber zusammen mit einem Synthesizer durchaus schon recht hörbare Ergebnisse hervor brachte.

Als meine „Band-Karriere“ gescheitert war und ich quasi einsam in Freiburg im Studium ein wenig auf meinem Klavier herum klimperte, begann ich mich wieder mehr und mehr mit der Möglichkeit zu beschäftigen, selbst Musik aufzunehmen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine kleine Ausstattung bestehend aus PC, eingebauter Audio-Karte und noch immer Cakewalk. Ich liebte diese Software, da sie sich schon immer sehr stark an der guten alten Systematik der Bandmaschinen orientierte, wie es in Studios damals noch üblich war. Mein Bruder war zu diesem Zeitpunkt bereits ins Emagic-Logic-Lager gewechselt. Als Emagic schließlich von Apple aufgekauft wurde, musste er zwangsläufig auch den PC verlassen und auf Mac umsteigen. Für mich zu diesem Zeitpunkt rein finanziell undenkbar. Für meinen Bruder ein Muss, da er sehr viel für eine Musikzeitschrift schrieb und sich zu einem anerkannten Logic-Experten mauserte.

Cakewalk gab es nie für Mac und wird es sicher auch nie geben. Inzwischen hieß mein Programm Cakewalk Sonar und ich verdiente bereits ein wenig Geld in meinem ersten Job. Also konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, mir meinen ersten eigenen Apple iMac zu kaufen. Dies war damals der erste mit Intel-Chips und somit in der Lage, auch Windows zu booten. Also installierte ich mir parallel zu Mac OS eine Windows-Partition nur für Musik mit Sonar.

Nach und nach bewegte ich mich fast nur noch in Mac OS. Es war einfach das schönere, schlankere und bessere Betriebssystem mit sehr viel „Spaßfaktor“. Es begann immer mehr zu nerven, wenn man einen guten Einfall hatte, das System komplett neu zu booten und nach Windows zu wechseln. Außerdem gab es ständig neue Treiber zu installieren, mit etlichen Bugs zu leben und Kompromisse waren an der Tagesordnung. Wollte man eine reine Audio-Plattform die glatt lief und performant genug war, musste man auf ALLES verzichten. Keine unnötigen Treiber installieren. Kein Internet, keine Textverarbeitung. Denn alles konnte die Performance beeinflussen.

Also reifte der Gedanke an einen kompletten Umstieg auf die Apple-Plattform. Mein restliches Equipment war dafür bereit. Nur tat ich mich unendlich schwer damit, Sonar zu verlassen. Schließlich tat ich es doch. Zu einem Zeitpunkt, als Logic deutlich benutzerfreundlicher wurde und ich gewöhnte mich sehr schnell an den neuen Workflow.

Inzwischen bin ich wirklich genau so begeistert von Logic X Pro wie damals von Sonar. Es ist intuitiv, klingt sehr gut und die eingebauten Effekte und Möglichkeiten übersteigen alles, was man sich wünschen kann.

Ich benutze aktuell tatsächlich so gut wie keine Fremd-Plus-Ins, obwohl ich Melodyne und andere AU-Plug Ins besitze. Ich finde, Logic klingt so gut, dass es meinen Ansprüchen mehr als genügt.

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