Wie mein Homestudio entstand – Teil 2 Die Instrumente

 

Ursprüngliche Veröffentlichung 8. Februar 2015

 

Mein Instrumentensetup besteht hauptsächlich aus Tasteninstrumenten. Dabei findet sich auch ein echter „Exot“, nämlich das Wersi Digitalpiano CPF1. Dieses Instrument habe ich schon mindestens 20 Jahre. Es stammt aus einer Zeit, als es auf dem Digital-Piano-Markt nicht wirklich viel Auswahl gab. Der große Hersteller damals war Yamaha mit seinen Clavinovas. Als ich mich in meiner Teenager-Zeit immer mehr für das Klavier interessierte, wurde mir der erste Synthesizer meines Bruders mit seinen super einfachen Piano-Samples und der Tastatur ohne Hammermechanik bald zu wenig. Die deutsche Firma Wersi kam genau zu dieser Zeit mit ihrer neuen Digital-Piano-Serie auf den Markt und sorgte für einige Furore. Damals war Sample-Speicher noch maximal teuer und Wersi entwickelte eine Technik, mit der sehr viele Einzelsamples geschickt verpackt werden konnten und in den recht geringen RAM passten. Das Ergebnis war und ist ein wirklich vielfältiger und dynamischer Klang, der selbst unter heutigen Gesichtspunkten noch sehr sehr realistisch nach Flügel klingt. Das CPF1 war sau teuer. Ich habe 6 Wochen lang in den Sommerferien geschuftet und mir von meinen Eltern alle Geschenke eines ganzen Jahres aufgespart um mir das Teil kaufen zu können. Schon damals war mir wichtig, dass es in einem Case steckt und somit „bühnentauglich“ ist. Die Tastatur ist ebenfalls einmalig, allerdings nach all den Jahren nun ziemlich kaputt. Es sind einige Hämmer gebrochen, lässt sich aber noch gut spielen.

Ich habe das CPF1 tatsächlich trotz seiner 40 kg (!!!) Lebendgewicht über Jahre hinweg auf die Bühne geschleppt. In den Band-Tagen zeigte sich dann jedoch auch, welche Nachteile es hatte (neben dem Gewicht). Der Sound ist nicht sehr Band-tauglich. Er ist dumpf und extrem voll. Da hat kaum etwas daneben Platz im Arrangement. Eben ein klassischer Flügel-Sound. Außerdem war die Hardware drumrum echt dürftig. Die Ausgänge rauschen wie ein Wasserfall und im Studio zeigte sich zudem ein feines Pfeifen.

Trotzdem ist das Wersi noch immer bei mir und hat mir bis vor ganz kurzem noch als Master-Keyboard gedient, weil die Tastatur sehr gut ist. Außerdem ist der Sound zum mal schnell „drauf los klimpern“ immer noch echt gut.

Als Synthesizer steht hier noch ein Alesis Quadrasynth. Den habe ich mir zu Bandzeiten gekauft, weil ich live einfach deutlich mehr Sounds brauchte als Piano. Alesis lieferte damals zwar keine amtlichen Analogsynth-Sounds aber die „Brot-und-Butter-Sounds“ sind wirklich gut gewesen. Heute fristet er sein Dasein auch nur noch als Masterkeyboard. Die Sounds werden gar nicht mehr benutzt.

Mein Hauptinstrument aktuell ist ein Casio PX-5S. Dieses hab ich mir gekauft, um mal endlich wirklich mobil zu sein. Wir treten ja noch ganz gelegentlich mal bei Hochzeitsgottesdiensten und ähnlichem auf und dieses Geschleppe hat mich wahnsinnig gemacht. Also kam dieses 11 kg schwere Piano ins Haus. Ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass ich die Sounds gebrauchen kann, wollte es ursprünglich live zusammen mit dem Macbook nutzen. Aber für Live-Anwendungen ist das Teil echt der Hammer. Es stecken noch massenweise super Sounds drin, mit denen man sehr viel anfangen kann. Die Tastatur ist gewöhnungsbedürftig, weil komplett anders als alles, was ich kannte, aber mit der Zeit hab ich mich echt in das Teil verliebt und es steht jetzt hier als Haupt-Master-Keyboard. Im Studio setze ich seine Sounds nicht ein, da klingen die Software-Pianos des „TruePiano“ besser. Aber trotzdem ein echt tolles Klavier!

In der Ecke steht hier noch ein Digital-Drum-Set von Milenium. Hatte gehofft, damit auch mal ein klein wenig Schlagzeugspielen zu lernen und mir selbst leichter gute Drum-Spuren zu liefern. Aber inzwischen sind die Software-Drums in Apple Logic so verdammt gut und leicht zu programmieren, dass ich es kaum noch nutze.

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